Geschichte der Traditionsfirma in Oed
1856 gründete der Optikmeister Johann Georg Sill in Nürnberg in der Schwabenmühle die optische Schleiferei J. G. Sill. Er benutzte dort zum Antrieb seiner Maschinen Wasserkraft. 1860 wurden die Räume zu klein, er verlegte den Betrieb nach dem Riesenschritt 20, wo er blieb, bis ihn die Kriegseinwirkungen 1945 restlos zerstörten.
Nach dem Tod von J. G. Sill übernahm seine Tochter Maria Roth, geborene Sill, den Betrieb, den sie bis 1914 führte. Ihr Sohn, Emil Casimir Roth, übernahm nach guter fachlicher Ausbildung die optische Schleiferei J. G. Sill und wandelte den Betrieb in "E. C. Roth" um.
Der Bruder von E. C. Roth war gleichfalls mit im Betrieb; beide wurden 1914 zum Kriegsdienst eingezogen, wo der Bruder als Fliegeroffizier 1918 fiel. Während des 1. Weltkrieges lösten in Abwesenheit von E. C. Roth und seines Bruders die Verwandten den Betrieb auf, die Maschinen waren verkauft, so dass E. C. Roth nach seiner Rückkehr neu aufbauen musste.
1922 konnte der neu entstandene Betrieb bereits wieder in das Handelsregister eingetragen werden unter der Firmenbezeichnung "Optische Glasschleiferei
Emil Casimir Roth". Roth stellte damals Zeit Optiken für optische Spielwaren her, besonders für billige Galilei'sche Ferngläser, aber auch Kaleidoskope und Teleskope, teils in Heimarbeit.
E. C. Roth hatte zwischenzeitlich seine Meisterprüfung gemacht, wodurch sich in der damaligen Zeit, als der ehrenvolle Titel des Handwerkers noch etwas galt, seine bürgerliche, seriöse Firma auszeichnete.
Im Frühjahr 1945 legte bei einem Fliegerangriff eine Luftmine den Betrieb am Riesenschritt in Schutt und Asche. E. C. Roth und seine Frau hatten bereits 1941 nach Oed verlagert, wo E. C. Roth seit 1939 einen Betrieb, in dem früher Flachglas geschliffen
wurde, besaß.
Der Betrieb in Oed wurde umgerüstet und, um den Kriegswirren zu entgehen, auch die Produktion und ein kleiner Teil der Maschinen nach Oed verlagert, wo nebenbei auch die Ernährung nicht so knapp war wie in der Großstadt.
Nach dem Krieg und der anschließenden Währungsreform 1948 begann Walter Roth mit der Unterstützung seines Vaters E. C. Roth, den Betrieb in Oed wieder aufzubauen. Mit sieben, acht Leuten startete der Betrieb, das erste Fertigungsprogramm bestand aus Leselupen. Schnell gab es eine Umstellung auf die Fertigung von billigen Ferngläsern, aber nach wenigen Jahren hatte sich klar herausgestellt, dass der Trend der Käufer zu guten, aber preiswerten Ferngläsern geht.
So stieg die Firma auf die Produktion von Prismengläsern um. Das Schwergewicht der Fertigung lag schon immer auf Optiken; von den damals billigen Teilen steigerte sich die Fertigung auf hochpräzise Optik, zu der modernste Entspiegelungsverfahren kommen.
Die verschiedensten Firmenbezeichnungen von "E. C. Roth" über "Walter Roth" wurden vor ca. 25 Jahren unter dem Gesamtbegriff und Wortbildzeichen "Optolyth" zusammengefasst. Damit war der Weg für die Zukunft der Optolyth-Geräte bereitet und ein Name für Werk und Artikel gefunden, der nicht durch Inhaberwechsel verändert wird.